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Wie funktioniert ein Objektiv?

Das Objektiv befindet sich an der Vorderseite der Kamera und entscheidet maßgeblich über die Qualität des Bildes. Während das Objektiv bei vielen Kompaktkameras fest verbaut ist, kann es bei den Spiegelreflexkameras je nach Bedarf gewechselt werden. Auf diese Weise kann man das Objektiv an die Umgebungsbedingungen anpassen und stets Fotografien mit der bestmöglichen Qualität erstellen.

Im Inneren des Objektives befindet sich ein Linsensystem, durch das das Licht in die Kamera fällt. Hierfür kommen verschiedenen Arten von Linsen zum Einsatz. Die wichtigste Art stellt in diesem Zusammenhang allerdings die Sammellinse dar. Diese sammelt das einfallende Licht des Motives und fokussiert es im Bildpunkt. Um die gewünschten Motive scharf ablichten zu können, muss die Entfernung bei unveränderter Linse beachtet werden. Dies bedeutet, dass man weder zu nah noch zu weit entfernt sein darf und der Bildpunkt des Motives auf dem Fotosensor liegen muss. Befindet man sich allerdings zu nah am Motiv, so liegt der Bildpunkt hinter dem Fotosensor und es entsteht ein Unschärfekreis. Das gleiche Problem tritt auf, wenn man zu weit entfernt ist und sich der Bildpunkt vor dem Sensor befindet. Um dennoch scharfe Bilder erstellen zu können, muss man die Distanz zwischen der Aufnahmeebene und dem Objektiv reduzieren oder verlängern. Wird der Abstand zum Objektiv verringert, so kann man weit entfernte Motive scharf abbilden. Entfernt es sich hingegen von der Aufnahmeebene, kann man nahe Motive scharf aufnehmen. Allerdings sollte man beachten, dass die meisten Objektive im Nahbereich gewisse Einschränkungen aufweisen und man nicht mehr weiter fokussieren kann. Für diesen Zweck gibt es allerdings spezielle Makroobjektive, die sich sehr gute Ergebnisse im Nahbereich erzielen.

Des Weiteren entscheiden auch die Brennweite und die Lichtstärke über die Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Objektive. Der Begriff Brennweite stammt noch aus den Anfängen der Optik. In der damaligen Zeit beschrieb die Brennweite den Abstand zwischen Linse und Brennpunkt, der notwendig war, um die Sonneneinstrahlung punktförmig auf einem brennbaren Objekt abzubilden. Vergleichbar ist dies mit einer Lupe, die in die Sonne gehalten wird. Trifft die Sonneneinstrahlung an nur einen Punkt auf das Objekt, kann man zum Beispiel ein Stück Papier entzünden. Bei den heutigen Objektiven bestimmt die Brennweite über die Schärfe des Bildes. Die Brennweite wird bei jedem Objektiv in Millimetern angeführt und unterscheidet sich je nach Objektivtyp. Der Brennpunkt befindet sich je nach Linsensystem näher oder weiter weg vom Objektiv. Dementsprechend unterscheidet sich auch der Abstand zum Motiv, der benötigt wird, um das Bild scharfzustellen.

Ebenfalls entscheidend ist die Lichtstärke eines Objektives. Je größer der Öffnung des Objektives ist, desto mehr Licht gelangt auf den Bildsensor. In diesem Fall spricht man von einem lichtstarken Objektiv. Durch eine hohe Lichtstärke ist es möglich auch bei schlechten Lichtverhältnissen gute Ergebnisse zu erzielen, denn durch die große Objektivöffnung gelangt ausreichend Licht zum Sensor. Objektive mit einer hohen Lichtstärke verfügen über große Linsen. Da diese Linsen allerdings sehr teuer in der Herstellung sind, liegen lichtstarke Objektive im oberen Preissegment. Die Lichtstärke eines Objektives wird in Zahlen angegeben. Je niedriger dieser Wert ist, desto höher ist die Lichtstärke des Objektives.