Home » Die verschiedenen Objektivarten im Überblick

Die verschiedenen Objektivarten im Überblick

Das Angebot an Objektiven ist inzwischen sehr vielfältig. Für jeden Einsatz findet man im Handel die dazugehörigen Objektive. Doch gerade Einsteiger stellen sich zu Beginn häufig die Frage, welches Objektiv eigentlich benötigt wird und welche Funktionen die einzelnen Arten erfüllen. Die nachfolgende Übersicht ermöglicht einen schnellen Überblick über die verschiedenen Objektivarten.

Normal- oder Standardobjektiv

Das Normal- oder auch Standardobjektiv besitzt eine Brennweite von 50 mm und gehörte noch vor einigen Jahren zur Standardausrüstung. Inzwischen werden viele Kameragehäuse allerdings mit einem Zoomobjektiv ausgeliefert. Die Brennweite des Normalobjektivs entspricht der Diagonale des Sensor- oder Filmformats. Da die Diagonale eines Kleinbildfilms eine Länge von 43 mm hat, müsste das Normalobjektiv zwar eine Brennweite von 43 mm aufweisen, doch inzwischen hat sich auch bei den Kompaktkameras eine Brennweite von 50 mm durchgesetzt, wie sie im Bereich der Spiegelreflexkameras üblich ist.

Das Normal- beziehungsweise Standardobjektiv ist im Grunde ein sehr einfach gehaltenes Objektiv, dennoch bietet es in der Nutzung einige Vorteile. So ermöglicht das Normalobjektiv eine sehr gute Abbildungsqualität, eine hohe Lichtstärke, eine geringe Verzeichnung sowie eine hohe Schärfe. Die Abbildung des Motivs entspricht der Wahrnehmung des menschlichen Auges. Dadurch eignet sich dieses Objektiv hervorragend für Aufnahmen im Alltag.

Weitwinkelobjektiv

Ein Weitwinkelobjektiv verfügt über eine Brennweite zwischen 15 und 35 mm und bildet einen größeren Blickwinkel ab, als das Auge wahrnimmt. Das Weitwinkelobjektiv ist das Gegenstück zum Teleobjektiv. Denn es weist eine kürzere Brennweite auf als ein Normal- oder Standardobjektiv und ermöglicht so die Abbildung von größeren Bereichen. Die Motive werden mit dem Weitwinkelobjektiv kleiner dargestellt, als man diese mit dem Auge wahrnimmt. Dadurch kann ein größerer Ausschnitt aufgenommen werden. Charakteristisch für das Weitwinkelobjektiv ist auch die große Schärfentiefe. Vor allem für Aufnahmen aus geringer Entfernung oder im Innenbereich eignet sich das Weitwinkelobjektiv hervorragend. Allerdings kann das Motiv bei einem zu geringen Abstand unnatürlich oder verzerrt dargestellt sein.

Teleobjektiv

Das Teleobjektiv ermöglicht Aufnahmen aus der Ferne und besitzt eine Brennweite von 80 bis 300 mm. Ein Teleobjektiv verfügt im Gegensatz zum Normalobjektiv über eine längere Brennweite und einen kleineren Bildwinkel. Dadurch können weiter entfernte Motive oder auch kleine Objekte, wie zum Beispiel Vögel oder Insekten, herangeholt und vergrößert abgelichtet werden. Die Lichtstärke eines Teleobjektivs ist geringer als die eines Normal- oder Standardobjektivs. Zudem ist die Schärfentiefe niedriger. Dadurch kann man den Bildhintergrund sehr gut unscharf darstellen und das Objekt hervorheben. Teleobjektive sind aufgrund ihrer Größe sehr schwer und unhandlich. Aus diesem Grund sollten Anfänger bei der Nutzung am besten ein Stativ verwenden.

Makroobjektiv

Das Makroobjektiv ist ein spezielles Objektiv und wird insbesondere für Nahaufnahmen verwendet. Grundsätzlich gilt: Je näher das Objektiv an das Objekt herankommt, desto größer ist es später auf der Abbildung. Mit einem Makroobjektiv hingegen kann man einen großen Abbildungsmaßstab erreichen. So kann man zum Beispiel Aufnahmen im Abbildungsmaßstab 1:2 oder 1:1 aufnehmen. 1:2 bedeutet in diesem Fall, dass die Abbildung nur halb so groß ist wie das tatsächlich aufgenommene Objekt.

Zoomobjektiv

Viele Kompakt- oder Digitalkameras enthalten heutzutage ein integriertes Zoomobjektiv. Diese Zoomobjektive verfügen über eine Brennweite von 28 bis 80 mm oder sogar bis 100 mm. Durch diese variable Brennweite deckt das Zoomobjektiv eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten ab. So kann man mit nur einem einzigen Objektiv verschiedene Aufnahmen in guter Qualität machen und muss nicht zwischen verschiedenen Objektivarten wechseln.

Fischaugenobjektiv

Das Fischaugenobjektiv (auch Fisheye genannt) ist ein spezielles Weitwinkelobjektiv und verfügt über eine sehr kurze Brennweite von 16 mm und kleiner. Durch den Bildwinkel von bis zu 180 Grad können mit dem Fischaugenobjektiv ungewöhnliche Aufnahmen gemacht werden. So werden gerade Linien, die sich außerhalb der Mitte befinden, krumm abgebildet. Je weiter sich das Objekt von der Mitte entfernt befindet, desto stärker ist dieser Effekt ausgeprägt. Das Fischaugenobjektiv eignet sich daher nicht für den alltäglichen Einsatz und wird nur für spezielle Bereiche der Fotografie verwendet.